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Bundesweiter Aktionstag Produktionsschulen 2021

Der Bundesverband Produktionsschulen ruft am 16. Juni 2021 zum bundesweiten Aktionstag der Produktionsschulen und Jugendwerkstätten auf. Da die Produktionsschulen und Jugendwerkstätten ihre Türen pandemiebedingt nicht uneingeschränkt öffnen können, wollen wir uns trotzdem in Erinnerung bringen und uns Online und lokal zeigen.

Die Coronakrise wirkt sich seit über 14 Monaten auf die Lebens-, Lern- und Arbeitssituation unserer jungen Teilnehmenden und Mitarbeiter*innen aus. Unser Lern- und Förderangebot findet unregelmäßig in Fern-, Präsenz- und Wechselform statt. Die Situation der Jugendlichen in Deutschland insgesamt hat sich seit dem Jahr 2020 noch dramatisch verschärft. Verschiedene Lockdowns mit massiven Einschränkungen liegen hinter uns. Dies wirkt sich auch auf die Begleitung und Unterstützung von Jugendlichen im Übergang von der Schule in den Beruf aus. Agentur für Arbeit und Jobcenter sind quasi geschlossen, eine regelhafte Berufsberatung findet nicht statt. Dieses direkte Angebot einer entsprechenden Beratung und Vermittlung fehlt vielen Jugendlichen. Dies zeigt sich vor allem durch die sinkende Zahl von Bewerber*innen um einen Ausbildungsplatz bei einer gleichbleibenden Zahl an Schulabgänger*innen. Eine weitere Auswirkung ist, dass Jugendliche auf zum Teil für sie persönlich unpassende schulische Alternativen ausweichen oder ohne entsprechende Alternative dem Ausbildungssystem fernbleiben. Im letzten Jahr hat die Zahl der Altbewerber*innen zugenommen, sodass diese zusätzlich um einen Ausbildungsplatz konkurrieren. Gleichzeitig setzt sich 2021 die Verschlechterung der Situation am Ausbildungsmarkt fort. Die erwartete Zahl von Ausbildungsplatzangeboten ist noch stärker rückläufig als im Vorjahr. Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der unversorgten Bewerber*innen stark steigen und eine noch höhere Zahl von jungen Menschen in 2021 ohne Ausbildungsplatz bleiben wird.

Unser Bildungssystem produziert noch immer jährlich eine hohe Zahl an Verlierern. Sei es, dass sie ganz ohne Abschluss die Schule verlassen oder mit einem schlechten Hauptschulabschluss. Für die Zielgruppe benachteiligter Jugendlicher gibt es entgegen den Erwartungen der Erwachsenenwelt keine Karriere oder stabile Übergänge in ein existenzsicherndes Erwerbsleben. Und die Pandemie verstärkt diese Tendenz.

Der Bundesverband Produktionsschulen fordert deshalb jetzt eine personell stärker aufgestellte Begleitung des Übergangs Schule/Berufsvorbereitung in Ausbildung. Eine Ausbildungsgarantie sollte umgehend eingelöst werden!

Wir wollen daran mitwirken. Mit ihrem hoch anregenden Bildungskonzept geben die Produktionsschulen und Jugendwerkstätten genau jenen Menschen eine Chance für eine berufliche Perspektive, die jetzt im Regen stehen gelassen werden.

In Deutschland sind es etwa 8.000 Jugendliche im Jahr, die den Weg über die dritte Säule Produktionsschulen nehmen, um ihre Ausbildungs- und Beschäftigungsfähigkeit zu verbessern. Wir sind also weiter wichtig und sollten bei steigendem Bedarf noch wichtiger werden. Mittlerweile arbeiten schon über 200 Produktionsschulen in Deutschland. Es sind immer noch zu wenig. Eigentlich gehört eine Produktionsschule in jede Stadt. Wir arbeiten dran.

Informieren sie sich über ihre Produktionenschule vor Ort und werden Sie unser Fürsprecher.

Wie könnt ihr euch nun beteiligen:

  • Informiert uns bitte über eure geplanten Aktivitäten am 16. Juni 21. Wir werden dann auf unserer Homepage Meine-Dritte-Chance darauf hinweisen. Bitte nutzt auch diese Seite, um gegebenenfalls noch andere Materialien herunterzuladen.
  • Habt ihr interessierte selbst erstellte Video oder anderes Bildmaterial zu präsentieren, so können wir diese unter Vimeo oder unserer Homepage veröffentlichen.

Alle Infos und Aktionen unter

www.meine-dritte-chance.de