BVPS-Fachtagung 2021 erfolgreich durchgeführt

 

Die diesjährige BVPS-Fachtagung in Frankfurt (Oder) stärkte das Selbstbewusstsein der aktuellen Produktionsschulen. Die Auswirkungen der Pandemie in den letzten 16 Monaten betrafen vor allem junge Menschen, auch in Produktionsschulen, wie es erste Studien und Erhebungen darlegen. Es zeigte sich, dass Produktionsschulen ein unverzichtbares Element des Übergangs Schule-Beruf darstellen. Darauf wies auch der Vorsitzende des Bundesverbandes Produktionsschulen, Martin Mertens, in seinem Redebeitrag hin. Zur Weiterentwicklung der Produktionsschulen empfahl er, die Produktionsschuldidaktik stärker in den Focus zu nehmen und neue Angebote zu etablieren.

 

 

Inhaltliche Schwerpunkte der Veranstaltung bildeten einerseits die Folgen unterschiedlichen Formen von Extremismus und anderseits Fragen zur Digitalisierung. Insgesamt fanden 13 verschiedene Workshop im Kleist Forum statt. Schon am Vorabend schaffte das „Get together“ Gelegenheit in angenehmer Atmosphäre einen furchtbaren Austausch zu realisieren. Die Produktionsschule des ÜAZ Frankfurt (Oder) lud die Teilnehmenden dazu ein.

 

 

Aktuell: Weiterbildungsreihe Werkstattpädagog*in

Der Bundesverband Produktionsschulen schreibt seine neunteilige Weiterbildungsreihe „Werkstattpädagog*in“  (Flyer) jetzt für Hannover neu aus, insgesamt 17 Monate. Die Teilnehmenden erhalten nach dem Abschluss der Weiterbildungsreihe eine Teilnahmebestätigung und ein Zertifikat des Bundesverbandes Produktionsschulen und der Leibniz Universität Hannover (Institut für Berufspädagogik und Erwachsenenbildung). Der größte Teil der Weiterbildung kann auch für eine ReZA- Zusatzqualifikation für Ausbilderinnen und Ausbilder anerkannt werden bzw. in Kooperation mit einem Bildungsträger können die notwendigen Zusatzmodule angeboten werden. Wenn Sie Interesse an der Teilnahme der Weiterbildungsreihe haben, melden Sie sich bitte Online an oder nehmen Sie Kontakt mit unserer Geschäftsstelle (info@bv-produktionsschulen.de) auf.  Anmeldeschluß: 15. Januar 2022

Start des neuen BVPS-Upcycling Wettbewerb 2021

Der Bundesverband Produktionsschulen e.V. fordert euch zum zweiten Mal heraus!

Wir suchen packende, originelle und überzeugende Ideen. Diese lassen eure Lebenserfahrungen und Sichtweisen durchblicken. Benutzt für eure Produkte  Abfallmaterial aus Haushalt, Industrie, Werkstätten, dem Wertstoffhof oder aus eurem individuellen Erlebnisbereich nach dem Motto:Upcycling-Wettbewerb 2.0 „Ich war…, Ich wurde …, Ich werde …“

Die Produkte möchten …

  • … einen Namen tragen, 
  • … eine Geschichte erzählen, 
  • … eine Lebenshaltung aufzeigen, 
  • … aus ca. 70 Prozent Altmaterial bestehen,
  • … Charakter und einen Gebrauchswert haben.

Sonderpreis (Zusatzkategorie):

  • Innovativ durch die Krise – Was hat die Pandemie in unserer PS bewirkt?
  • Welche Chancen ergaben sich aus dieser besonderen Zeit und ihren Umständen?
  • Was gibt es seitdem Neues im Vertrieb, im Ablauf, in der Kommunikation, in den Werkstätten, im Schulbereich, im Service, im Umgang miteinander,…?
    Fertigt für den Sonderpreis eine Dokumentation in Wort und Bild, gern auch als Video an!

Detailliertere Informationen zum Wettbewerb finden Sie hier.

Unser Wettbewerbsplakat zum Ausdrucken!

Meldet euch bitte bis zum 15. November 2021 zur Teilnahme beim Wettbewerb an.

Online Anmeldung Upcycling Wettbewerb

Upcycling Wettbewerb Ticker

Upcycling: Aus Alt mach Neu. Aus Müll neues bauen ist voll im Trend

Weiterbildung Werkstattpädagogik in Köln erfolgreich beendet!

Die bundesweite Weiterbildungsreihe zum Werkstattpädagogen/zur Werkstattpädagogin des Bundesverbandes Produktionsschulen für Fachkräfte in Produktionsschulen, Jugendwerkstätten und produktionsorientierten Bildungsangeboten zum Werkstattpädagogen konnte nach 17 Monaten Ausbildung im August 2021 in Köln erfolgreich mit 18 Teilnehmenden abgeschlossen werden. In den Seminarräumen des DJH City Hotel Köln wurden Zertifikate  im feierlichen Rahmen übergeben. Die Teilnehmenden aus unterschiedlichen Bildungseinrichtungen wurden im Rahmen von neun zweitägigen Seminarmodulen von einem 12-köpfigen Dozententeam aus Wissenschaft und Praxis im Bereich der Beruflichen Förderpädagogik weitergebildet. Während der Corona-Lockdowns fanden 3 Module im Online-Format statt.

Warum gibt es Produktionsschulen?

Robin Naumann ist 19 Jahre alt und hatte aufgrund einiger privater Probleme mit 15 Jahren die Schule hingeschmissen. „Ich war vorher ziemlich ziellos und antriebslos. Ich hatte aber das Gefühl, dass ich diese Auszeit brauchte“, so Robin Naumann.  

Ohne Orientierung, was er zukünftig machen möchte, kam Robin Naumann dann im März 2020 in die Produktionsschule Leipzig und arbeitete hier bis Ende August 2020 im Werkstattbereich Küche. Das pädagogische Konzept der Produktionsschule setzt auf die Förderung von Lernmotivation durch die Erfahrung, an einem Produkt oder einer Dienstleistung maßgeblich beteiligt zu sein. Deshalb erleben Teilnehmer*innen in der Produktionsschule Lernsituationen in alltagstauglichen Arbeitsprozessen. Die Jugendlichen gewinnen wieder an Selbstvertrauen, können ihre Stärken erkennen und einbringen und werden in die Lage versetzt, ihr berufliche Zukunft und ihr Leben selbstständig und eigenverantwortlich zu planen und zu gestalten.

Produktionsschule Leipzig Bereich Küche Foto: BBW Leipzig-Gruppe

„Die Produktionsschule hat mir geholfen und einen ersten Weg geebnet, um den Schulabschluss nachzuholen. Das hat mir wieder positive Energie gegeben. Am besten gefallen hat mir, dass ich zum Beispiel gelernt habe, Gerichte zu kochen und vegane Aufstriche herzustellen, die ich auch heute noch zuhause zubereite. Auch die Kolleg*innen und den Werkstattpädagogen Herrn Rieger fand ich ganz toll. Er hatte immer ein offenes Ohr für alle Probleme oder Wünsche. Das Arbeiten im Team dort hat mir wirklich großen Spaß gemacht.“

Ein Ziel der Arbeit in der Produktionsschule ist es, die Teilnehmer*innen wieder an einen normalen Tagesablauf zu gewöhnen, ihnen durch feste Arbeitszeiten und Routinen einen Anker im Leben zu geben. „Die Zeit in der Produktionsschule hat mich wachgerüttelt, schnell habe ich mich wieder an einen normalen Tagesrhythmus gewöhnt, erlangte einen Einblick in das Berufsleben und ich habe gelernt, besser zu kommunizieren und so teamfähig zu arbeiten“, so Robin Naumann. 

Neben der sozialen Stabilisierung ist die berufliche und schulvorbereitende Qualifizierung eine wichtige Grundlage in der Produktionsschule. Robin Naumann hat die Produktionsschule mit einem Ziel vor Augen verlassen.

Aktuell nimmt Robin Naumann an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme teil, um dann einen Realschulabschluss nachzuholen und anschließend eine Berufsausbildung zu beginnen – am liebsten im Immobilienbereich, zum Beispiel in einer Hausverwaltung.

„Ich kann nur den Tipp geben, immer positiv zu bleiben. Es gibt immer einen Weg und manchmal braucht es einfach seine Zeit. Fehler zu machen ist nicht schlimm. Man sollte Hilfe in Anspruch nehmen und sich beraten lassen, welche Möglichkeiten es gibt, um sich beruflich oder schulisch zu entwickeln“, so Robin Naumann.

Hoher Besuch in der Produktionsschule Leipzig

Dr. Michael Meister, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Stadtrat Jens Lehmann von der Leipziger CDU und Mitglied im Deutschen Bundestag und CDU Stadträtin Jessica Heller ließen sich von Teilnehmenden durch die Produktionsschule Leipzig führen. In einem anschließenden Gespräch mit den Jugendlichen, dem Tatjana Fesenko, Vorstand Bundesverband Produktionsschulen und Tobias Schmidt, dem Hauptgeschäftsführer der BBW-Leipzig-Gruppe, wurde deutlich, wie gut das Prinzip der Bildungseinrichtung funktioniert.

„Bildung und Qualifizierung sind das Fundament für individuelle Lebensentwürfe und Teilhabe in der Gesellschaft. Deshalb müssen wir alle jungen Menschen im Blick haben und sie bei der Entfaltung ihrer persönlichen Begabungen unterstützen. Die Produktionsschule Leipzig ist hier ein Wegbereiter“, so Dr. Michael Meister, ParlamentarischerStaatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Foto (BBW Leipzig) v.l.n.r.: v.l.: Frau Tatjana Fesenko (Vorstand Bundesverband Produktionsschulen), Dr. Michael Meister (Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung), Jens Lehmann (MdB und CDU Stadtrat), Tobias Schmidt (Hauptgeschäftsführer BBW-Leipzig-Gruppe).

Sieger des Bundesweiten Upcyclings-Wettbewerbs „Ich war – Ich wurde – Ich werde“ gekürt

Der Bundesverband Produktionsschulen e.V. lobte zum ersten Mal den Upcycling Wettbewerb „Ich war…, Ich wurde …, Ich werde …“ aus. 

Nach dem Motto „Wir geben Menschen eine dritte Chance. Gib Du Dingen eine dritte Chance!“ wurden innovative, originelle und überzeugende Upcycling-Produktideen gesucht. Diese sollten die Lebenserfahrungen und Sichtweisen der Jugendlichen widerspiegeln. Basis der Produkte sollte Abfallmaterial aus der eigenen Produktionsschule/Jugendwerkstatt oder auch von industriellen Kooperationspartnern sein.

Teilnehmen konnten Jugendliche aus Produktionsschulen oder Jugendwerkstätten in Deutschland. Sie bildeten ein Entwicklerteam mit den Werkstattpädagogen der Produktionsschulen, das aus mindestens 5 Personen bestand. Insgesamt meldeten sich 30 Teams zum Wettbewerb an. Der Lockdown während der Corona-Pandemie verhinderte leider, dass alle ein Produkt einreichen konnten.

Letztlich lagen der Jury, bestehend aus einem Produktionsschüler, einer Designerin, einem Kampagnenberater und dem Bundesverband, konkret 15 Produktideen zur Beurteilung vor.  Alle eingereichten Ideen überzeugten durch Kreativität und Engagement und zeigten die innovative Kraft des Produktionsschulansatzes.

Das Team „Un desastre crew“der Produktionsschule low-tec Düren aus Eschweiler begeisterte mit einer Tischleuchte die Juroren. Alte Papprollen und Eichenbalken bildeten das Abfall- und somit Ausgangsmaterial.

Die Zweitplatzierten, die „Kreativköppe“ der Weser-Solling Produktionsschule Holzminden entwickelten aus alten Holzpaletten ein Kistensystem zum Transport und der Lagerung von Gemüse und Obst.

Grundlage des dritten Gewinners, ein Serviertabletts der Produktionsschule Grümel aus Fulda, bildete eine alte Picknickbank aus Holz.

Der Wettbewerb war mit Geldpreisen von insgesamt 1.500 € im Rahmen des Talentstipendium ausgelobt. Nach dem Tode von Prof. Dr. Bojanowski und Bernd Reschke, Produktionsschulexperten der ersten Stunde, das Talentstipendium mit Spenden eingerichtet wurde. Coronabedingt wird die geplante Preisübergabe im Hygienemuseum Dresden durch lokale Veranstaltungen der Gewinnerschulen vor Ort ersetzt.

Nach den überzeugenden Erfahrungen des diesjährigen Upcycling-Wettbewerbs wird der Bundesverband Produktionsschulen einen neuen Wettbewerb im Rahmen des Talentstipendiums ausschreiben.

Copyright Photos: Bundesverband Produktionsschulen e.V.

Warum brauchen wir einen starken Produktionsschulverband!

Bei der Gründung des Bundesverbandes haben wir uns drei zentrale Aufgaben gestellt:

  • Intensivierung der verbandsinternen Diskussion
  • Weiterverbreitung des Produktionsschulgedankens
  • entschlossene Außenvertretung.

Mit einem Workshop möchte der Vorstand nun mit euch / Ihnen eine Bestandsaufnahme der Verbandsarbeit vornehmen und danach fragen, wie weit wir bei der Umsetzung mittlerweile gekommen sind.

Als zweiten Schritt wollen wir dann Überlegungen anstellen, auf welchen Ebenen (Vorstand, Landesgruppen, Arbeitskreise, einzelne Produktionsschulen) des Verbandes konkret Veränderungen bzw. Verbesserungen vorgenommen werden sollten.

Mit dem beigefügten Arbeitspapier „Warum wir einen stärkeren Bundesverband brauchen!“ möchte der Vorstand eine Diskussion anstoßen, die zu konkreten Verbesserungen der Verbandsarbeit führt und von einer Mehrheit der Mitglieder auch getragen wird. Die Moderation des Workshops übernimmt Prof. Dr. i.R. Martin Kipp.

Der Workshop findet im Rahmen unserer Mitgliederversammlung statt am:

Donnerstag, 17. September 2020 von 12.00 bis 16.00 Uhr

Der Veranstaltungsort:

Südflügel im Kulturbahnhof Rainer Dierichs Platz 1, 34117 Kassel.

(gleicher Ort wie die Fachtagung 2019)

Die Veranstaltung beginnt mit einem Mittagsimbiss.

Endbericht Erasmus+-Projekts „Paving the way“ veröffentlicht!

Ein Erasmus+ Projekt der europäischen Kommission – wir waren dabei!

Um was geht es?

Das von Erasmus + unterstützte Projekt „Paving the Way” hat sich mit den besonderen Potentialen junger Menschen mit Unterstützungsbedarfen beschäftigt.

Viele dieser Jugendlichen und jungen Erwachsenen können ihre Stärken und Interessen am besten durch „learning by doing“ erkennen und weiterentwickeln.

Ziel des Projektes (wörtlich übersetzt: „Den Weg ebnen“) ist es, den Fokus auf nicht-formales und praxisorientiertes Lernen in ganz Europa zu legen und damit die Möglichkeiten zur Integration junger Menschen in den Arbeitsmarkt zu befördern.

Ein Weg zur Verbesserung der Wirksamkeit und der Qualität des nicht formalen Lernens besteht in der Dokumentation, Bewertung und Anerkennung der erworbenen Fähigkeiten und Kompetenzen. Das Projekt Paving the Way hat zusammengestellt, wie informelles Lernen in europäischen Produktionsschulen und Jugendwerkstätten dokumentiert und zertifiziert wird.

Mit den folgenden Materialen werden die Ergebnisse für eine breite Fachöffentlichkeit zur Verfügung gestellt:

Die Partner

Bundesverband Produktionsschulen e.V. (BVPS), Germany

Berufsforderungsinstitut Oberosterreich (BFI), Austria

Fédération Nationales des Ecoles de Production (FNEP), France

Produktionsskoleforeningen (PSF), Denmark

OZARA storitveno in invalidsko podjetje d.o.o. (OZARA), Slovenia

Valtakunnallinen työpajayhdistys ry (TPY), Finland

Joensuun Nuorisoverstas ry, Finland

Materialien:

Katalog: Bewertung und Dokumentation des nicht-formalen Lernens – Werkzeuge und Praktiken

Artikel: Das Potenzial des praktischen Lernens

https://bv-produktionsschulen.de/ipso

Die englische Originalfassung sowie weitere Übersetzungen in Dänisch, Finnisch, Französisch und Slowenisch finden Sie auf der Projektseite

http://ipso.li/projects/paving-the-way/

 

Ansprechpartnerinnen in Deutschland sind:

Für den Bundesverband Produktionsschulen e.V.

Tanja Koschinsky: t.koschinsky@bv-produktionsschulen.de

Annette Jaecklein: Jaecklein.Annette@bbw-leipzig.de

 

Projektleitung bei IPSO:

Christine Muurholm: christine@psf.nu

Consultant, The Danish Association of Production Schools